Montag, 15. Mai 2017

Dortmund naziefreundlich

Dortmund, die Wahl und seine Nazis.

Bereits 2014 bewiesen die dortmunder Nazis um den Ratsherren Michael Brück das mit ihnen  und damit dem Schlimmsten zu rechnen ist. Damals stürmten sie das Rathaus, brüllten Parolen und verletzten Menschen.

Auch diesmal zog die Stadtspitze weitere Vorfälle dieser Art in Betracht.

Also gab es ein Sicherheitsunternehmen, viel Polizei und... Ja und was?

Niemanden der sich zuständig fühlte!

So kam es das etwa 50 Nazis wieder ins Rathaus zogen und dort, mehr oder minder eingeladen, den Abend bei Freibier verbrachten.

Die wenigen Bürger*innen verließen das Gebäude.

Und die Parteien?

Die Parteien die sich sonst so sehr brüsten mit ihrem angeblichen Engagement, ihren Stadt(Teil)festen, dem runden Tisch und ihrer Selbstbeweihräucherung?

Die hatten sich im Vorfeld entschlossen die Nazis nicht auszuschließen und sich diese Option auch nicht offen zu halten. Stattdessen haben sie ihr Hausrecht, durch ein Festhalten an der öffentlichen Veranstaltung, von vornherein abgegeben.

Lediglich Linkspartei und Piraten forderten einen Ausschluss und sagten, als sie diesen nicht erwirken konnten, ihre Feierlichkeiten im Rathaus ab.

Bei Ankunft der Nazis zogen sich die Parteien in ihre Räumlichkeiten zurück.

Niemand der sich ihnen entgegenstellte. Was blieb waren ein paar T-Shirts auf Abgeordnetenkörpern und ein Banner...

Ein neuer Tiefpunkt...

Wo sind die Parteien wenn es wirklich darauf ankommt?

Wie kann es sein das  nicht vorher das ein Hausrecht und damit ein Verweis der Nazis durch die/eine Parteiein/Partei sicher gestellt ist?

Warum lädt Dortmund seine Nazis ins Rathaus ein?!

Ich bin erschüttert und entsetzt über ein solches Handeln oder besser Nichthandeln!

Ich bin entsetzt über Stadtverantwortliche die sich so aus der Verantwortung ziehen!

Über die Unentschlossenheit im Kampf gegen Rechts und die scheinbare Naivität im Umgang mit stadtbekannten Nazis.

Ich bin entsetzt über die Bilder feiernder Nazis im Gebäude der Stadt und Menschen die gewählt wurden um Verantwortung zu übernehmen und als erste Amtshandlung die Augen schließen!




Kommentare:

  1. Anonym5/16/2017

    Viel schlimmer ist es das es weder von der Antifa Dortmund noch von Bloackado oder sonstigen Bündnissen gegen die Nazis irgendeinen Gegenprotest gab. Da muss man sich nicht Wundern wenn die Faschos Oberhand in Dortmund haben und machen können was sie wollen. Daher sollte man sich jetzt auch nicht Beschweren und jammern dass die Faschos drin waren.

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    1. Anonym5/16/2017

      Das niemand dagegen protestiert hat, ist ja mal peinlich. Kann meinem Vorredner nur zustimmen: Rumjammern braucht man jetzt auch nicht. Das die Nazis kommen war wohl jedem klar gewesen, da hätte man mal was Organisieren können. Aber der Antifa Dortmund war es wohl wichtiger mal wieder einen ihrer "tollen" Vorträge sich anzuhören oder sonst irgendeinen neuen Scheiss zu produzieren.

      Wenn das sich bewahrheitet was man so hört, dann kommt auf Dortmund Dooffeld noch so einiges zu.

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    2. Auch wenn ich Kritik an den derzeitigen strukturellen Problemen der Bündnisse nachvollziehen kann, auch für uns ist es unangenehm mit immer den gleichen wenigen Menschen dort zu stehen und so in den Fokus zu geraten, finde ich es befremdlich jetzt die Schuld bei den Bündnissen statt den einladenden Parteien zu sehen.
      Wenn die Bündnisse da sind werden sie kriminalisiert und bedrängt und wenn sie nicht da sind ist es auch nicht gut.
      Ich drehe den Spieß mal um und sage: so sieht es aus wenn Dortmund sich um sein Naziproblem selbst kümmern soll und sich nicht auf antifaschistische Bündnisse verlassen kann!
      Vielleicht denkt Dortmund das nächste Mal daran wenn es wieder mit Polizeigewalt gegen Antifaschist*innen vorgeht.
      Support your local Antifa!
      Sonst ziehen Nazis halt ins Rathaus...

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  2. Die Antifa von Dortmund ist nicht nur schlecht organisiert, sondern hat auch mittlerweile dadurch einen extrem schlechten Ruf. Viele Aktionen gegen die Nazis liefen bisher mehr als Scheisse und haben GenossInnen unötig in Gefahr gebracht. In Dortmund gibt es eine extremes Naziproblem und es werden immer mehr dort. Wieso macht die Antifa und Bündnisse nichts mehr in ihrer eigenen Stadt? Wieso organisiert man lieber etwas in anderen Städten? Wieso stellt man sich den Nazis in Dortmund nicht (von mir aus auch friedlich) in den Weg? Wieso ist man der Meinung, dass man den Nazis in Dortmund sich mit Ignorieren besser fährt? usw. usw. Kritik an einer Gruppierung die sich z.b. Antifaschistische Aktion nennt, Bündniss gegen Rechts oder aber Blockado und jedoch nichts gegen Nazis macht, sollten sich echt auflösen, weil sonst wirkt es mehr als lächerlich und ist Peinlich zumal die Glaubwürdigkeit flöten geht. Andere Städte verstehen mittlerweile die Bündnisse in Dortmund nicht. Beispiel: wozu blockiert man am 01.05 in Dortmund Bahngleise, obwohl die Nazis einerseits schon da waren und andererseits der Zug umgeleitet wurde aus Essen. Zudem kommt noch das, wenn ich Blockiere VOR der S Bahn Haltestelle dicht mache und nicht zwei Haltestellen DAHINTER. Man Springt ja auch VOR dem Zug und nicht DAHINTER ;-)

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    1. Anonym5/17/2017

      Die Kritik ist in weiten Teilen sicher berechtigt, an dieser Stelle aber meiner Meinung nach nicht zielführend.

      Die Stadt lädt Nazis zum Feiern ein. Parteien, von denen Verantwortliche selbst in Bündnissen gegen Rechts sitzen, tun nichts, als vor Transparenten zu posieren, obwohl sie es in der Hand gehabt hätten, eine Feier ohne Nazis zu ermöglichen.

      Die Linken und die Piraten haben es (imho berechtiger- und verständlicherweise) vorgezogen, eine solche Party nicht zu besuchen, das ist konsequent.

      Was sollen nun Antifaschist*innen aus Dortmund bei einer solchen Veranstaltung tun? Als sie vor drei Jahren das Rathaus vor dem Ansturm der Neonazis schützten, wurde das mit Kriminalisierung und Repression beantwortet. Drei Jahre später werden die Nazis zum Dank darauf offiziell eingeladen. Das ist ein Schlag ins Gesicht jener, die Woche für Woche aktiv versuchen, gegen die Nazis in Dortmund vorzugehen und vor drei Jahren dabei waren.

      Ergo: tun sie etwas, wird das kriminalisiert und durch die Stadt verunmöglicht, tun sie nichts, sind sie Schuld daran, dass die Stadt Nazis zum Feiern einlädt? Das finde ich falsch!

      Zusammenfassend: ja, in Dortmund läuft vieles nicht richtig, auch in linksradikalen Kreisen. Eine Entscheidung der Stadt, etwas, wofür Parteien verantwortlich sind, die selbst Antifaschismus predigen, aber diesen Kreisen anzulasten, halte ich für Kritik an der falschen Adresse.

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  3. Beatrice Rodler5/18/2017

    In Dortmund gibt es linksradikale Kreise die gegen Nazis was machen? Das ist mir Neu!
    Das man die Nazis im Rathaus feiern gelassen hat ist mehr als eine Ohrfeige für jeden und ich hätte mir persönlich mehr an Protest gewünscht, zumal das auch frühzeitig bekannt war das die Nazis reindürfen. In anderen Städten funktionieren solche Proteste sehr gut nur in Dortmund nicht. Hier ist Ignoranz angesagt. Wohin das führt wird sich noch zeigen und ich sehe hierbei mit sehr gemischten Gefühlen ene düstere Zukunft für Dortmund.

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  4. Ich möchte noch einmal betonen das ich die Kritik in vielen Punkten für angemessen und richtig halte. Da allerdings sehr wohl Menschen vor Ort waren hier auch eine Frage an die Kritiker: wo waren sie/wart ihr?

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  5. Beatrice Rodler5/19/2017

    Ich war dort mit zwei weiteren

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